Past events - 2021 / 2020

e-Talk: Sprache, Recht, Gender & Geschlecht

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20th August 2021  //  7pm (CET)  //  Online (YouTube)

Sprache, Recht, Gender und Geschlecht

Artikel 7 Abs 1 des österreichischen Bundes-Verfassungsgesetz normiert: “Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisses sind ausgeschlossen”. Das gesetzte Recht gebietet aber nur, es erklärt und interpretiert nicht. Die Auslegung des Begriffs „Geschlecht“ ist damit unweigerlich in Wertediskurse eingebunden. Es ist unbestimmt, da es für die Rechtsunterworfenen unklar ist, ob es sich hierbei um das biologische oder das soziale Geschlecht eines Menschen handelt. Geschlechterrepräsentation in österreichischen Normtexten wird – wie die jüngste Untersuchung gezeigt hat – zu einem großen Teil ausschließlich durch männliche Personenbezeichnungen umgesetzt. Legist*innen müssen bei der Formulierung von Rechtsvorschriften stets den Spagat zwischen Verständlichkeit, Geschlechtergerechtigkeit und Praktikabilität schaffen.

Ist das generische Maskulinum, also die ausschließliche Verwendung der männlichen Form für alle, heute noch vertretbar? Welche Alternativen könnten es der Legistik erleichtern, Menschen adäquat und zeitgemäß abzubilden? In diesem e-Talk befassen wir uns mit aktuellen Fragen rund um die Versprachlichung von Geschlecht in Gesetzen, Verordnungen und der Amtssprache in Österreich.

Die Österreichische Gesellschaft für Rechtslinguistik (ÖGRL) beschäftigt sich im Rahmen der Partizipationsforschung mit den zeitgenössischen Herausforderungen der Rechtssprache in Österreich und Europa.

With Thomas Kronschläger (AALL / TU Braunschweig); Maria Pober (AALL / University of Vienna) and Daniel Leisser (AALL / University of Vienna).

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Online panel discussion: Language and Children’s Rights

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19th March 2021 // 18:00 (CET) // Online (Zoom / Facebook Live)

Language: German

Anlässlich des 10-jährigen Inkrafttretens des BVG Kinderrechte in Österreich und des Regierungsprogramms, welches eine Evaluierung des Grundrechtsschutzes im BVG Kinderrechte aufgrund von 30 Jahren Kinderrechte (UN-KRK) vorsieht, stehen in der Diskussion Kinderrechte im Vordergrund.

Seit dem Ausbruch der COVID-19-Pandemie werden unzählige Kinderrechte verletzt. Der Kontakt mit zentralen Bezugspersonen wurde unterbunden. Gelegenheit zum Kontakt mit Gleichaltrigen ergab sich in den Hochphasen der COVID-19-Maßnahmen weitestgehend nur sporadisch. In Coronazeiten werden Kinder leichter Opfer von physischer und psychischer Gewalt und mit der psychischen Erkrankung von Elternteilen konfrontiert.

Eines steht fest: Familien mit niedrigem Einkommen, instabilen oder gewaltgeneigten Strukturen und schwachem Bildungshintergrund werden von Ausgangsbeschränkungen und dem vorübergehenden Wegfall des Präsenzunterrichts mehr belastet als andere. Was sind die Rechte des Kindes in Zeiten der Coronakrise? Welchen Stellenwert sollen Schutz und Fürsorge für die Entwicklung und Entfaltung von Kindern haben? Wie lassen sich die Maßnahmen seit Ausbruch der Pandemie unter dem Gesichtspunkt des Kindeswohls beschreiben? Steht das Kindeswohl immer an erster Stelle? Wann kann man davon ausgehen, dass ein Kind seine Rechte wirklich verstanden hat?

Diesen und vielen anderen Fragen stellen wir uns bei dieser Online-Diskussion.

With Christian Piska (University of Vienna / AALL); Ewald Filler (Kinder- und Jugendanwaltschaft des Bundes); Helmut Sax (Ludwig Boltzmann Institut); Stefan Ebner (Evangelisches Gymnasium und Werkschulheim); Paul Schwarzenbacher (AALL) and Daniel Leisser (University of Vienna / AALL).

Moderation: Doha Nasr (University of Vienna / AALL)

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This panel discussion was streamed live via Zoom and the AALL Facebook page, and is still available to watch: www.facebook.com/AALLvienna.

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Online panel discussion:
Language & Law in Practice

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11th February 2021  //  17:00  //  Online

Sprache & Recht in der Praxis

Die Herrschaft des Rechts ist eine Herrschaft der Sprache. Welche Sprache aber sprechen und schreiben Jurist*innen im Berufsalltag?

Die Ausprägungen sind vielfältig: Wir sind bei der Auslegung von Recht in Wort und Schrift auf den allgemeinen Sprachgebrauch verwiesen. Aber wann halten wir uns dabei an einen allgemeinen, wann an einen bloß überwiegenden oder gar an einen speziell rechtstechnischen Sprachgebrauch? Gibt es ein ‚Juristendeutsch‘ und welche Auswirkungen hat seine Verwendung für Jurist*innen und Nicht-Jurist*innen? Wie hilfreich können Legaldefinitionen wirklich sein und was sind die Falltücken unbestimmter Rechtsbegriffe?

EU-Recht besteht in 24 verschiedenen Amtssprachen, die europäischen Rechtssprachen treffen also regelmäßig auf die österreichische Rechtssprache. Wie soll hier mit Bedeutungsverschiebungen und Konnotationen von Begriffen bei Umsetzung und Auslegung von EU-Recht umgegangen werden?

In dieser virtuellen Podiumsdiskussion diskutieren Expert*innen aus Praxis und Lehre die Rolle von Sprache im Rechtsalltag und geben Einblick in ihre unterschiedlichen Arbeitsbereiche.

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eTalk: Language, Law and New Technologies

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20th January 2021  //  17:00  //  Online

Sprache, Recht und Neue Technologien

„Technischer Fortschritt ist wie eine Axt in den Händen eines pathologischen Kriminellen.“ (Albert Einstein)

In diesem e-Talk beschäftigen wir uns mit der Beziehung zwischen Sprache, Recht und neuen Technologien. Ist das Recht der Technik immer hinten nach, und kann es je up-to-date sein? Wie verändern Big Data, Industrie 4.0, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz und Robotik unsere Gesellschaft? Welche Auswirkungen haben Automatisierung und Digitalisierung für kommende Generationen, und (wie) soll der Gesetzgeber mit diesen Herausforderungen umgehen? Wer sind die Player in der globalen Arena der Innovation? Das Werkzeug der Juristen ist die Sprache, doch reicht die Auslegung bestehender Rechtsvorschriften aus, um neue Technologien ausreichend miteinzubeziehen?

With Christian Piska (AALL / University of Vienna), Daniel Leisser (AALL / University of Vienna) and Markus Pluschkovits (University of Vienna).

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You can watch the recording of this discussion on the AALL Facebook page: www.facebook.com/AALLvienna

From left to right: Christian Piska, Daniel Leisser, Markus Pluschkovits

International Legal Linguistics Workshop (ILLWS20)

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The third International Legal Linguistics Workshop (ILLWS20) took place online on 12th and 13th December 2020 and was organised by the Austrian Association for Legal Linguistics (AALL).

We were delighted to be able to host a great number of high-quality presentations at the event. It was an honour for us to welcome Friedrich Forsthuber (President of the Vienna Regional Court for Criminal Matters and Head of the Verein Justizgeschichte und Rechtsstaat) as our keynote speaker.

You can still download the programme and the call for papers here:

— Programme

— Call for papers

We would like to thank all of the participants and all those who contributed to the success of this workshop!

Online panel discussion: Language, Law and Corona

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3rd December 2020  //  19:00  //  Online

Sprache, Recht und Corona

„Auf der anderen Seite wissen wir, dass die Krise uns noch Monate beschäftigen wird, das Virus wird nicht von heute auf morgen verschwunden sein, und insofern ist es wichtig in eine Phase der sozusagen ‚neuen Normalität‘ überzugehen“ (Bundeskanzler Kurz, 8. April 2020).

Diese Online-Podiumsdiskussion befasst sich mit der Beziehung zwischen Sprache, Recht und der ‚neuen Normalität‘ in Zeiten der Covid-19-Pandemie. Welche Formen behördlichen Handelns können unter Begriffen wie „adäquaten“ oder „besonderen Schutzmaßnahmen“ (§ 2a Abs 1 COVID-19-Maßnahmengesetz) subsumiert werden? Gibt es ein differenziertes Legalitätsprinzip in der Krise? Wie viel Auslegungsspielraum verträgt der Rechtsstaat, und warum hebt der VfGH (un)bestimmte Gesetze wieder auf? Wie können Methoden der Rechtslinguistik dazu beitragen, Auslegungsprobleme im Staatsnotstand (und darüber hinaus) zu lösen?

With Thomas KronschlägerPaul SchwarzenbacherChristian Piska, and Daniel Leisser (AALL).

Moderation: Vanessa Krebs (AALL)

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The panel discussion was streamed live via the AALL Facebook page and is still available to watch: www.facebook.com/AALLvienna

From left to right: Thomas Kronschläger, Paul Schwarzenbacher, Christian Piska, Vanessa Krebs, Daniel Leisser