Teatime Talks

Teatime Talks is the monthly talk and discussion series for AALL members. They take place on the last Saturday of the month at 6pm (CET), and feature a talk by a different speaker each time, followed by a discussion. Each session lasts for approximately one hour.

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Date: Saturday 25th September (6pm CET)

Speaker: Richard Bonomo

Title of talk: Die Gesamtreform des Exekutionsrechts – Ein Überblick

Language: German

Please register by email: richard.bonomo@oegrl.com

Talk synopsis (click here)

Mit 1. Juli 2021 tritt eine neue Exekutionsordnung in Kraft. Diese soll durch sog Exekutionspakete, einer Zuständigkeitskonzentration und einem neuen Organ, dem Verwalter in Exekutionssachen ein effizienteres Exekutionsverfahren schaffen. Außerdem soll die Schnittstelle zum Insolvenzrecht zielführender gestaltet werden.

In diesem praxisorientierten Vortrag werden die Schwerpunkte der Gesamtreform in ihren praktischen Aspekten kritisch vorgestellt. Anschauliche Beispiele und kritische Stellungnahmen aus dem bisher erschienenen Schrifttum runden die Kurzpräsentation ab und dienen als Diskussionsanstoß.

Richard Bonomo ist Rechtsanwaltsanwärter in einer Wiener Wirtschaftskanzlei. Er wird primär im Bereich des Internationalen Zivilverfahrensrechts sowie des Unternehmens- und des Immobilienrechts eingesetzt und berät neben Deutsch auch auf Englisch und Italienisch.

Previous Teatime Talks:
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31.07.2021 - Daniel Leisser: "Gesetzliches und Übergesetzliches Sprachenrecht in Österreich"

Kann es ein über das gesetzte Recht hinausgehendes Sprachenrecht geben? Der Begründer der Reinen Rechtslehre Hans Kelsen bringt die spannungsgeladene Beziehung zwischen Rechtspositivismus und Naturrechtslehre 1927 auf den Punkt.

Er schreibt:

„Die Frage, die auf das Naturrecht zielt, ist die ewige Frage, was hinter dem positiven Recht steckt. Und wer die Antwort sucht, der findet, fürchte ich, nicht die absolute Wahrheit einer Metaphysik noch die absolute Gerechtigkeit eines Naturrechts. Wer den Schleier hebt und sein Auge nicht schließt, dem starrt das Gorgonenhaupt der Macht entgegen.“

Naturrecht und positives Recht, absolute Wahrheit und absolute Gerechtigkeit gefolgt vom Gorgonenhaupt der Macht – das sind komplexe und fordernde Konzepte, die im Kontext der Sprachenfrage in Österreich relevant sind und Spannungsfelder erzeugen. Wovon ist eigentlich die Rede, wenn der Begriff des Sprachenrechts fällt, und wer soll auf Basis welcher Legitimation Sprachnormen aufstellen dürfen? Es zeigen sich Bruchlinien in den Auffassungen der verschiedenen Standpunkte. Die grundlegende Unterscheidung zwischen rechtspositivistischem und naturrechtlichem Denken liegt – je nach Perspektive – in der Annahme oder Ablehnung von transpositivem Recht, also einem Recht, das aus einer bestimmten als legitim betrachteten Geltungsquelle heraus gelten soll, eben unabhängig davon, ob es in einem Rechtssetzungsverfahren von Menschen erzeugt worden ist. Kann übergesetzliches Sprachenrecht überhaupt erkennbar sein, und ist es justiziabel? Gibt es ein subjektives Recht auf die „Muttersprache“? Dieser Kurzvortrag verspricht keine einfachen Lösungen aber spannende Diskussionen zu den Schnittstellen von Angewandter Rechtslinguistik und Rechtsphilosophie.